Schäferei

Aus Museumswiki

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Schafschere

Am Treppenaufgang vom Erdgeschoss zum Obergeschoss im Museum auf dem Schafhof finden sich Exponate zum Thema Schäferei. In der linken Ecke befindet sich ein Schäferumhang mit daran angelehnter Schäferschippe. Über der Fotografie eines Schäfers mit seiner Herde hängt die historische Schafschere.

Die Schafschere ist eine Bügelschere und ein altes Handwerkzeug aus dem bäuerlichen Alltag. Sie dient zur Schur der Schafe und besteht aus einem U-förmigen Stück Metall, dessen Schenkel zu Klingen geschmiedet sind. Sie schneidet, indem die beiden Klingenarme mit einer Hand zum Schneiden zusammengedrückt werden und sich für den nächsten Schnitt durch Entspannen der Handmuskulatur wieder selbst öffnen. So ist die Schere erneut schnittbereit. [1]

In der Regel kam die Schafschere zweimal im Jahr zum Einsatz. Der ersten Schur im April folgte je nach Rasse eine zweite im September. Während das Schaf während der Schur des Rückens zumeist auf allen Vieren stand, legten die Schafscherer das Tier zum Scheren der Bauchpartie auf einen ‚Scherbock‘ genannten Tisch. Damit das Tier still hielt, wurden dessen Vorder- und Hinterläufe entweder festgehalten oder mit Stricken zusammengebunden. Häufig waren es Frauen, die – auf dem Boden sitzend und das Schaf vor ihnen liegend – diese körperlich anstrengende Tätigkeit verrichteten. Wichtig war, das Tier nicht zu verletzen und die Wolle möglichst als zusammenhängendes Stück, dem Vlies, zu scheren.[2]

Schafschur im Wandel der Zeit

Seit dem Mittelalter ist der Gebrauch der Schafschere belegt. So zeigt das Stundenbuch des Herzogs von Berry von 1410 für den Monat Juli eine Schafschur.[3] Unschwer ist bei genauem Hinsehen die Schafschere zu erkennen.

Schafschur 15.Jahrhundert

An dieser Methode der Schafschur sollte sich bis ins 20.Jahrhundert nichts ändern. Mit der Erfindung der elektrischen Schermaschine gegen Ende der 1940er Jahre übernahmen dann hauptsächlich Männer das Schafe scheren. Im Gegensatz zur Schur mit der manuellen Schere gelingt die Schur mit der Maschine deutlich schneller. So brauchen erfahrene Schafscherer nur wenige Minuten, bis ein Schaf komplett geschoren ist. Zudem verbleibt weniger Wolle am Schaf. [4] Die Schafschere wird bis heute in nahezu identischer Bauart produziert. Die Schere kann man im Angebot von Schäfereibedarfs-Händlern finden, aber auch im gehobenen Gartenbedarf wird die „Schafschere Kohlenstoffstahl“ für den Rasenkanten- und den Formschnitt empfohlen.

Schere als Wappenfigur

Wappen von Ispringen

Die Schafschere hat in vielen Wappen als gemeine Figur in die Heraldik Einzug gehalten. So zeigt das Wappen von Ispringen auf einem roten Schild eine goldene (gelbe) Schafschere. Das Wappen - in den badischen Farben tingiert - wurde von der Gemeinde im Jahre 1902 auf Vorschlag des Generallandesarchivs angenommen. Die Schafschere ist das in Siegeln des 14. Jahrhunderts überlieferte Wappenbild der vom 13. bis 14. Jahrhundert bezeugten Herren von Neidlingen und wurde deshalb für das Gemeindewappen herangezogen, weil Ispringen ein von Neidlingen her besiedelter hochmittelalterlicher Ausbauort ist. [5]

Die Schafschere und der GHV Maulbronn

Die Schafschere ist das Logo des Geschichts- und Heimatvereins Maulbronn und ist sowohl auf Briefbogen und Veröffentlichungen als auch im Ausleger (Wirthausschild) am Museum und als Skulptur gegenüber dem Museum zu finden.

GHV-Logo als Sandsteinskulptur
GHV-Logo im Wirtshaus-Ausleger
Schaf, Hund und Schäfer als Eglifigur im Fenster

















Einzelnachweise