Schuhmacherwerkstatt: Unterschied zwischen den Versionen

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Um die Haltbarkeit der Ackerschuhe zu erhöhen und auf rutschigem Untergrund besseren Halt zu gewährleisten, wurden Eisenstollen in die Sohlen eingeschlagen. Diese Technik hat eine lange Tradition: Bereits römische Legionäre trugen mit Eisenstiften beschlagene Marschsandalen, die sogenannten Caligae. Sie boten auf unwegsamem Gelände festen Tritt und galten als unverzichtbar für lange Märsche. <ref> siehe Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Caliga </ref>
Um die Haltbarkeit der Ackerschuhe zu erhöhen und auf rutschigem Untergrund besseren Halt zu gewährleisten, wurden Eisenstollen in die Sohlen eingeschlagen. Diese Technik hat eine lange Tradition: Bereits römische Legionäre trugen mit Eisenstiften beschlagene Marschsandalen, die sogenannten Caligae. Sie boten auf unwegsamem Gelände festen Tritt und galten als unverzichtbar für lange Märsche. <ref> siehe Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Caliga </ref>


=== Schuhmacherkugel, Presse & Karusell ===
=== Schuhmacherkugel ===  


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Im gezeigten Ensemble wird die Schusterkugel von einer klassischen Petroleumlampe erhellt. Das Licht tritt auf die Kugel, wird durch ihre Form gebrochen und in einem relativ engen Kegel auf den Arbeitstisch fokussiert.
Im gezeigten Ensemble wird die Schusterkugel von einer klassischen Petroleumlampe erhellt. Das Licht tritt auf die Kugel, wird durch ihre Form gebrochen und in einem relativ engen Kegel auf den Arbeitstisch fokussiert.
=== Schuhmacher Presse ===
Die Klebepresse gibt Druck auf die zu verklebenden Teile zur besseren Haftung der zuvor geleimten Schuhsohle. Die Vorrichtung besteht aus zwei separat bedienbaren Pressstationen. Jede Einheit verfügt über einen beweglichen, vertikal geführten Druckstempel, der mithilfe einer Spindel und Kurbel präzise abgesenkt und fixiert werden kann.  Durch das Anziehen der Spindeln wurden die eingesetzten Schuhe nach dem Prinzip des Schraubstockes fest auf die beiden Kissen, bestehend aus einem Rahmen aus Eisen, einer Bettung aus Holz sowie einem mit Luft oder Wasserglas gefüllten Lederbeuteln, gepresst und somit die mit Leim verklebten Sohlen unter längerem konstanten Druck mit den Schuhen verbunden. <ref> siehe https://nat.museum-digital.de/singleimage?imagenr=848738 </ref>
Die Presse wurde auch eingesetzt, um das zuvor genässte Leder dauerhaft über einen Leisten zu ziehen und in die gewünschte Schuhform zu pressen. Das Ziel dieser Arbeit war es, das Leder unter gleichmäßigem Druck dauerhaft in Form zu bringen. Nach dem Trocknen behielt das Oberleder die neue, fußgerechte Form, wodurch Passgenauigkeit und Tragekomfort sichergestellt wurden.
=== Karusell ===


== Video ==
== Video ==

Version vom 16. Juli 2025, 17:06 Uhr

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Einführung

Die Schusterwerkstatt entspricht in ihrer Ausstattung der Zeit um 1910/20. Schuhmacher in Wikipedia Jedoch waren Schustereien in dieser Form noch bis in die 1950er/70er Jahre auch in Maulbronn zu finden.

Schuhmacher in Maulbronn

So die Werkstatt von Schuhmacher Kern im Silahopp 1/1, bis in die 1950ger. das Geschäft von Schuhmacher Walz in der Stuttgarter Strasse 6, bis in die 1960ger Jahre. Walter Dörr hat das Geschäft von Schuhmacher Walz übernommen, bevor er in die Füllensgasse 6 umgezogen ist. Sein Geschäft hat er Ende der 1970ger Jahre aufgegeben.

Füllensgasse 6,8 und 10. Haus Nummer 6 vorne: ABC Schuhe, das Geschäft von Walter Dörr


Der letzte Schuhmachermeister in Maulbronn, Stuttgarter Straße 2/1, Ekkehard Merz hat sein Geschäft 2022 geschlossen.[1]

Ausstellung

Die Ausstellungsstücke sind von unterschiedlicher Herkunft und Spenden aus der Region. Die Grundausstattung stammt wohl von Frieder Braun aus Knittlingen.[2]

Die Nähmaschine

Bei der Nähmaschine handelt es sich um eine Koch-Adler 30-1 mit der Seriennummer 43168. Maschinen diesen Typs wurden zwischen 1922 und 1935 hergestellt. [3]

Nähmaschine Koch-Adler
Nähmaschine Signet

Leisten & Ackerschuh

Der Leisten ist ein Formstück aus Holz, Kunststoff oder Metall, das der Form eines Fußes nachempfunden ist und zum Bau eines Schuhs verwendet wird. Der Schuh (genauer das Schuhoberteil, in der Fachsprache „Schaft“ genannt) erhält durch den Leisten seine endgültige Form. Somit ist der Leisten einerseits ein vereinfachtes Abbild des Fußes und für die Passform verantwortlich.[4]

Leisten Halbschuhe
Leisten für Stiefel
Ackerschuhe mit Stollen

Um die Haltbarkeit der Ackerschuhe zu erhöhen und auf rutschigem Untergrund besseren Halt zu gewährleisten, wurden Eisenstollen in die Sohlen eingeschlagen. Diese Technik hat eine lange Tradition: Bereits römische Legionäre trugen mit Eisenstiften beschlagene Marschsandalen, die sogenannten Caligae. Sie boten auf unwegsamem Gelände festen Tritt und galten als unverzichtbar für lange Märsche. [5]

Schuhmacherkugel

Schuhmacher Kugel
Presse
Karusell mit Kleinteilen

Die sogenannte Schusterkugel ist ein historisches Lichtverstärkungsmittel, das im 18. und 19. Jahrhundert vor allem von Schustern, Schneidern und anderen Handwerkern verwendet wurde. Es handelt sich um eine hohle, meist wassergefüllte Glaskugel, die in unmittelbarer Nähe zu einer Lichtquelle – typischerweise einer Petroleum- oder Öllampe – positioniert wurde.

Die kugelförmige Geometrie des Glases wirkt ähnlich einer Linse: Sie bündelt und lenkt das Licht in eine bestimmte Richtung. In gefülltem Zustand (häufig mit Wasser) verstärkte sich dieser Effekt. Dadurch konnte das Licht einer einzigen Flamme deutlich effizienter genutzt und der Arbeitsbereich gezielt und stark ausgeleuchtet werden – ein entscheidender Vorteil in Zeiten vor der Elektrifizierung.

Im gezeigten Ensemble wird die Schusterkugel von einer klassischen Petroleumlampe erhellt. Das Licht tritt auf die Kugel, wird durch ihre Form gebrochen und in einem relativ engen Kegel auf den Arbeitstisch fokussiert.

Schuhmacher Presse

Die Klebepresse gibt Druck auf die zu verklebenden Teile zur besseren Haftung der zuvor geleimten Schuhsohle. Die Vorrichtung besteht aus zwei separat bedienbaren Pressstationen. Jede Einheit verfügt über einen beweglichen, vertikal geführten Druckstempel, der mithilfe einer Spindel und Kurbel präzise abgesenkt und fixiert werden kann. Durch das Anziehen der Spindeln wurden die eingesetzten Schuhe nach dem Prinzip des Schraubstockes fest auf die beiden Kissen, bestehend aus einem Rahmen aus Eisen, einer Bettung aus Holz sowie einem mit Luft oder Wasserglas gefüllten Lederbeuteln, gepresst und somit die mit Leim verklebten Sohlen unter längerem konstanten Druck mit den Schuhen verbunden. [6]

Die Presse wurde auch eingesetzt, um das zuvor genässte Leder dauerhaft über einen Leisten zu ziehen und in die gewünschte Schuhform zu pressen. Das Ziel dieser Arbeit war es, das Leder unter gleichmäßigem Druck dauerhaft in Form zu bringen. Nach dem Trocknen behielt das Oberleder die neue, fußgerechte Form, wodurch Passgenauigkeit und Tragekomfort sichergestellt wurden.

Karusell

Video

Das folgende 83 minütige Video aus dem Jahr 1990 zeigt den damals 85-jährige Schuhmachermeister Josef Esser, wie in mehr als 100 Arbeitsschritten ein Schuh von Hand gefertigt wird.

Video in Wikipedia

Einzelnachweise

  1. ↑ die genauen Jahre müssen noch verifiziert werden
  2. ↑ nach Kurt Haas Juli 2019
  3. ↑ Vergleiche hierzu https://rlp.museum-digital.de/object/122094
  4. ↑ Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Leisten
  5. ↑ siehe Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Caliga
  6. ↑ siehe https://nat.museum-digital.de/singleimage?imagenr=848738