Schuhmacherwerkstatt: Unterschied zwischen den Versionen

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Die sogenannte Schusterkugel ist ein historisches Lichtverstärkungsmittel, das im 18. und 19. Jahrhundert vor allem von Schustern, Schneidern und anderen Handwerkern verwendet wurde. Es handelt sich um eine hohle, meist wassergefüllte Glaskugel, die in unmittelbarer Nähe zu einer Lichtquelle – typischerweise einer Petroleum- oder Öllampe – positioniert wurde.
Die kugelförmige Geometrie des Glases wirkt ähnlich einer Linse: Sie bündelt und lenkt das Licht in eine bestimmte Richtung. In gefülltem Zustand (häufig mit Wasser) verstärkte sich dieser Effekt. Dadurch konnte das Licht einer einzigen Flamme deutlich effizienter genutzt und der Arbeitsbereich gezielt und stark ausgeleuchtet werden – ein entscheidender Vorteil in Zeiten vor der Elektrifizierung.
Im gezeigten Ensemble wird die Schusterkugel von einer klassischen Petroleumlampe erhellt. Das Licht tritt auf die Kugel, wird durch ihre Form gebrochen und in einem relativ engen Kegel auf den Arbeitstisch fokussiert. Die Schusterkugel wurde meist hängend oder auf einem beweglichen Arm befestigt, um sie flexibel auf den gewünschten Arbeitsbereich ausrichten zu können.
Technisch betrachtet stellt die Schusterkugel eine einfache, aber wirkungsvolle Kombination aus optischer Lichtlenkung und Energieeffizienz dar. Sie ist ein Beispiel für den pragmatischen Umgang mit physikalischen Prinzipien im handwerklichen Alltag vor dem elektrischen Zeitalter.


== Video ==
== Video ==

Version vom 16. Juli 2025, 16:13 Uhr

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Einführung

Die Schusterwerkstatt entspricht in ihrer Ausstattung der Zeit um 1910/20. Schuhmacher in Wikipedia Jedoch waren Schustereien in dieser Form noch bis in die 1950er/70er Jahre auch in Maulbronn zu finden.

Schuhmacher in Maulbronn

So die Werkstatt von Schuhmacher Kern im Silahopp 1/1, bis in die 1950ger. das Geschäft von Schuhmacher Walz in der Stuttgarter Strasse 6, bis in die 1960ger Jahre. Walter Dörr hat das Geschäft von Schuhmacher Walz übernommen, bevor er in die Füllensgasse 6 umgezogen ist. Sein Geschäft hat er Ende der 1970ger Jahre aufgegeben.

Füllensgasse 6,8 und 10. Haus Nummer 6 vorne: ABC Schuhe, das Geschäft von Walter Dörr


Der letzte Schuhmachermeister in Maulbronn, Stuttgarter Straße 2/1, Ekkehard Merz hat sein Geschäft 2022 geschlossen.[1]

Ausstellung

Die Ausstellungsstücke sind von unterschiedlicher Herkunft und Spenden aus der Region. Die Grundausstattung stammt wohl von Frieder Braun aus Knittlingen.[2]

Die Nähmaschine

Bei der Nähmaschine handelt es sich um eine Koch-Adler 30-1 mit der Seriennummer 43168. Maschinen diesen Typs wurden zwischen 1922 und 1935 hergestellt. [3]

Nähmaschine Koch-Adler
Nähmaschine Signet

Leisten & Ackerschuh

Der Leisten ist ein Formstück aus Holz, Kunststoff oder Metall, das der Form eines Fußes nachempfunden ist und zum Bau eines Schuhs verwendet wird. Der Schuh (genauer das Schuhoberteil, in der Fachsprache „Schaft“ genannt) erhält durch den Leisten seine endgültige Form. Somit ist der Leisten einerseits ein vereinfachtes Abbild des Fußes und für die Passform verantwortlich.[4]

Leisten Halbschuhe
Leisten für Stiefel
Ackerschuhe mit Stollen

Um die Haltbarkeit der Ackerschuhe zu erhöhen und auf rutschigem Untergrund besseren Halt zu gewährleisten, wurden Eisenstollen in die Sohlen eingeschlagen. Diese Technik hat eine lange Tradition: Bereits römische Legionäre trugen mit Eisenstiften beschlagene Marschsandalen, die sogenannten Caligae. Sie boten auf unwegsamem Gelände festen Tritt und galten als unverzichtbar für lange Märsche. [5]

Schuhmacherglas, Presse & Karusell

Schuhmacher Glas
Presse
Karusell mit Kleinteilen

Die sogenannte Schusterkugel ist ein historisches Lichtverstärkungsmittel, das im 18. und 19. Jahrhundert vor allem von Schustern, Schneidern und anderen Handwerkern verwendet wurde. Es handelt sich um eine hohle, meist wassergefüllte Glaskugel, die in unmittelbarer Nähe zu einer Lichtquelle – typischerweise einer Petroleum- oder Öllampe – positioniert wurde.

Die kugelförmige Geometrie des Glases wirkt ähnlich einer Linse: Sie bündelt und lenkt das Licht in eine bestimmte Richtung. In gefülltem Zustand (häufig mit Wasser) verstärkte sich dieser Effekt. Dadurch konnte das Licht einer einzigen Flamme deutlich effizienter genutzt und der Arbeitsbereich gezielt und stark ausgeleuchtet werden – ein entscheidender Vorteil in Zeiten vor der Elektrifizierung.

Im gezeigten Ensemble wird die Schusterkugel von einer klassischen Petroleumlampe erhellt. Das Licht tritt auf die Kugel, wird durch ihre Form gebrochen und in einem relativ engen Kegel auf den Arbeitstisch fokussiert. Die Schusterkugel wurde meist hängend oder auf einem beweglichen Arm befestigt, um sie flexibel auf den gewünschten Arbeitsbereich ausrichten zu können.

Technisch betrachtet stellt die Schusterkugel eine einfache, aber wirkungsvolle Kombination aus optischer Lichtlenkung und Energieeffizienz dar. Sie ist ein Beispiel für den pragmatischen Umgang mit physikalischen Prinzipien im handwerklichen Alltag vor dem elektrischen Zeitalter.

Video

Das folgende 83 minütige Video aus dem Jahr 1990 zeigt den damals 85-jährige Schuhmachermeister Josef Esser, wie in mehr als 100 Arbeitsschritten ein Schuh von Hand gefertigt wird.

Video in Wikipedia

Einzelnachweise

  1. ↑ die genauen Jahre müssen noch verifiziert werden
  2. ↑ nach Kurt Haas Juli 2019
  3. ↑ Vergleiche hierzu https://rlp.museum-digital.de/object/122094
  4. ↑ Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Leisten
  5. ↑ siehe Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Caliga