Obergeschoss 02

Aus Museumswiki
Version vom 17. Februar 2025, 19:53 Uhr von Aljoscha (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Museum auf dem Schafhof/Obergeschoss

Der erste Stock beherbergt neben dem großen Saal, der vom GHV für Sonderausstellungen, Vortrags- und Filmveranstaltungen genutzt wird, auch eine Küche mit Einrichtungsgegenständen aus dem 19. Jahrhundert. Die Küche wird während der offiziellen Öffnungszeiten als Café benutzt.

Das Hauptthema des großen Saales ist Maulbronn. Exponate, Vitrinen und Bildtafeln zeigen Aspekte des Lebens und der Arbeit in der bürgerlichen Gemeinde. Maulbronn als früherer Oberamtssitz war durch Beamte, aber auch Bauern und Handwerker geprägt. Die Steinbruchbetriebe und die Aluminiumgießereien drückten der Stadt einen industriell-proletarischen Stempel auf. Der Schafhof, Heimat des Museums, ist in einem Modell zu sehen.

Historische Küche

Die Küche als sozialer Treffpunkt mit einer offenen Feuerstelle, Gerätschaften und Mobiliar des 18. und 19. Jahrhunderts entführt in die Gemütlichkeit des Biedermeier.

Der gemauerte Herd mit offener Feuerstelle wurde bis ins ausgehende 19. Jahrhundert von der bäuerlichen und ärmeren Bevölkerung genutzt. (Wikipedia zum Thema „Rauchküche”) Der Nachbau von Dieter Ziegelbauer und Mattes Sieber orientiert sich an Vorbildern um 1830.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen verschiedene Kombinationen aus Heizofen und Kochherd auf den Markt, teilweise mit seitlich eingebauten Backröhren. (Wikipedia zum Thema „Herd”) Diese waren bis ins beginnende 20. Jahrhundert gebräuchlich. Der ausgestellte Herd der Marke "Ebeha" (Erste Bruchsaler Herdfabrik) stammt aus dem Haus von Robs Mayer in der Frankfurter Straße. [1]

Unsere Theatergruppe hat 2020 eine Szene in der Küche aufgenommen, bei der sogar ein Marmorkuchen im holzbefeuerten Ofen gebacken wurde.

Mit folgendem Link gelangen Sie auf VIMEO, um sich das Video anzusehen. Verwenden Sie anschließend den "zurück"-Button, um wieder hierher zu gelangen.

Spielzeug

Im Museum auf dem Schafhof ist auch ein Blick in längst vergangene Kinderzimmer möglich.

Über die Stockwerke verteilt sind immer wieder Puppenstuben zu bestaunen, im Obergeschoss können auch einige andere Spielzeuge aus Maulbronner Kinderzimmern bewundert werden.

  • BLITZ-TYP 216 RAKETEN-AUTO-RENNEN, Harzer Spielzeugschachtel / Wernigerode (DDR), 1959; mechanisches Autorennen mit Holzautos, die mit Hilfe einer speziellen Gummizug-Startvorrichtung raketenartig Richtung Ziel katapultiert werden; mit 3 Renn-Autos, 2 Start-Katapulte [2]
  • Eisenbahn von Hans Ludwig, vormals Landwirt Stuttgarterstraße 36 (heute Reisebüro Graf) - Leihgabe der Familie

Die Blecheisenbahn der Spur 0 besteht aus einer Lok mit Schlepptender, einem Personenwagen, zwei beladenen Plattenwagen und zwei Rungenwagen beladen mit Langholz. Die Dampflokomotive mit der Kennzeichnung 302417 [3] wurde von der Firma Distler [4] hergestellt.

Die Plattenwagen können keinem Hersteller zugeordnet werden. Personenwagen und die beiden Rungenwagen stammen von Märklin aus der sogenannten 3. Generation (1930–ca. 1940) [5]

Steinbruch

(Abschnitt noch zu ergänzen)

Gießerei

Wilhelm Schenk erwarb einst ein Patent zur "Herstellung nahtloser Aluminiumgeschirre im Wege des Gussverfahrens" und gründete 1913 eine Gießerei in Maulbronn. 1914 brannte die Fabrik völlig nieder, konnte aber im folgenden Jahr wieder neu aufgebaut werden.

1921 übernahm Sohn Willy Schenk als junger Ingenieur die Aluminium-Gießerei.

Brauerei

Als während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) die Klosterbrauerei in Konkurs geriet, beteiligte sich Wilhelm Schenk an einem Nachfolgebetrieb, dem 1923 die Aktiengesellschaft "Firma Klosterkellerei Maulbronn" mit einem Grundkapital von 35 Millionen Mark während der Inflationszeit folgte. Das Unternehmen produzierte und vertrieb Malz, Bier und sonstige Erzeugnisse der Nahrungs- sowie Futtermittelindustrie und handelte mit Wein. Nebenbei betrieb er eine aus der Brauerei stammende Branntweinbrennerei.

Druckerei

Robert Friedrich Mayer übernahm die von seinem Schwager geleitete elterliche Druckerei in Maulbronn und gab die Zeitung "Maulbronner Bürgerfreund", später "Maulbronner Tagblatt", für den Oberamtsbezirk Maulbronn heraus. Die Zeitung wurde als offizielles Amtsblatt vom nationalsozialistischen "Braunen Sender" ab 1. September 1933 offizielles Bezirksamtsblatt. Im Gemeinderatsprotokoll der Stadt Maulbronn vom 19. September 1933 heißt es: "Der Vorsitzende (Bürgermeister August Kienzle) bemerkte hierzu, dass ihm diese Veröffentlichung die peinlichste gewesen sei, die er in den 17 Jahren seiner hiesigen Ortsvorstehertätigkeit bekanntgeben musste; er erblicke in dieser Maßnahme selbst einen Prestigeverlust für die Oberamtsstadt, die ganz unbeteiligt ist und nicht einmal gehört wurde."

In den Rechnungsunterlagen der Stadt Maulbronn ist das "Maulbronner Tagblatt" bis ins Jahr 1941 nachgewiesen.

Außer der Zeitung gab Robert Mayer verschiedene lokalgeschichtliche Bücher, Klosterführer und den Titel "Bruder Ulricus" von Max Dürr, illustriert von Marianne Schneegans, heraus.

Nur durch gelegentliche Druckaufträge und den Laden der Frau konnte nach dem Zweiten Weltkrieg der Lebensunterhalt gesichert werden.


contentReference[oaicite:0]{index=0}