Küferei: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Küfer arbeiteten meist in kleinen Werkstätten oder als Wanderhandwerker, oft im Auftrag von Brauereien, Weingütern oder Händlern. Mit der zunehmenden Industrialisierung, dem Aufkommen von Metall- und später Kunststoffgefäßen ging die Zahl der selbständigen Küferbetriebe im 20. Jahrhundert stark zurück.
Die Küfer arbeiteten meist in kleinen Werkstätten oder als Wanderhandwerker, oft im Auftrag von Brauereien, Weingütern oder Händlern. Mit der zunehmenden Industrialisierung, dem Aufkommen von Metall- und später Kunststoffgefäßen ging die Zahl der selbständigen Küferbetriebe im 20. Jahrhundert stark zurück.


== 20./21. Jahrhundert ===
=== 20./21. Jahrhundert ===


Das traditionelle Küferhandwerk wird heute nur noch von wenigen Betrieben ausgeübt, hat jedoch in der Fassbinderei für Wein- und Spirituosenproduktion überlebt. In modernen Werkstätten werden maschinelle Verfahren eingesetzt, während zentrale Arbeitsschritte – wie das Biegen, Toasten und Dichten der Dauben – weiterhin handwerklich erfolgen.
Das traditionelle Küferhandwerk wird heute nur noch von wenigen Betrieben ausgeübt, hat jedoch in der Fassbinderei für Wein- und Spirituosenproduktion überlebt. In modernen Werkstätten werden maschinelle Verfahren eingesetzt, während zentrale Arbeitsschritte – wie das Biegen, Toasten und Dichten der Dauben – weiterhin handwerklich erfolgen.
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Der Beruf des Küfers bzw. Fassküfers ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiterhin ein anerkannter Ausbildungsberuf im dualen System. Einige Meisterbetriebe pflegen bewusst die handwerklichen Traditionen des 19. Jahrhunderts und fertigen Einzelstücke für Weingüter, Brennereien oder Museen.
Der Beruf des Küfers bzw. Fassküfers ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiterhin ein anerkannter Ausbildungsberuf im dualen System. Einige Meisterbetriebe pflegen bewusst die handwerklichen Traditionen des 19. Jahrhunderts und fertigen Einzelstücke für Weingüter, Brennereien oder Museen.


== Die Ausstellung ==
== Die Ausstellung ==

Version vom 27. Oktober 2025, 18:07 Uhr

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Einführung

Die Küferei befindet sich im hinteren Bereich des Erdgeschosses. Es sind Werkzeuge, Fässer und andere Gegenstände des Küferhandwerks ausgestellt.

Das Küferhandwerk (auch Fassbinderhandwerk), also die Herstellung von Holzfässern und anderen Behältern aus Holz hat eine lange Tradition die bis in die Antike reicht.

Antike und Zeitenwende

So zeigt eine altägyptische Wandmalerei von etwa 2600 v.Chr. einen Holztrog aus Dauben, die mit Holzreifen zusammengehalten werden. [1]

In Altbabylonien waren Palmholz-Fässer im Gebrauch. In Europa wurden Eimer und Fässer aus der Zeit um 200 v. Chr. in keltischen Siedlungen gefunden. [2]

Mittelalter 12.-15.Jahrhundert

Fassbinder treten im Deutschen Reich bereits im 12. Jh. als eigenes Zunfthandwerk auf.

Für den württembergisch-schwäbischen Raum ist das Handwerk spätestens um 1500 greifbar.

In Städten des heutigen Baden-Württemberg waren Groß- und Kleinbinder teils getrennt organisiert (Großbinder für Fässer/Wein, Kleinbinder/Kübler für Kübel & Haushaltsgeräte). Diese Differenz ist für den Südwesten schon im Spätmittelalter/früher Neuzeit belegt.

Frühe Neuzeit 16.-18.Jahrhundert

Laut der württembergischen Küferordnung dauerte die Lehre vier Jahre (bei Lehrgeldzahlung zwei); als Meisterstücke waren u. a. ein achteimriges bis zweifudriges Fass und eine sechseimrige Weinbutte zu fertigen. Kübler hatten längere Ausbildungszeiten und mussten kleinere Holzgefäße als Meisterstücke herstellen. Es zeigt sich auch eine starke Verflechtung mit dem Weinbau: Großbinder/Küfer stellten nicht nur Fässer her, sondern kümmerten sich vielerorts um Weinpflege und Weinhandel. [3]

19.– beginnendes 20. Jahrhundert

Das Küferhandwerk gehörte bis ins späte 19. Jahrhundert zu den wichtigsten holzverarbeitenden Gewerben. Küfer fertigten und reparierten Holzgefäße aller Art: von kleinen Eimern und Butterfässern über Transportfässer für Wein, Bier, Essig oder Öl bis hin zu großen Bottichen für Gärung und Lagerung.

Die Küfer arbeiteten meist in kleinen Werkstätten oder als Wanderhandwerker, oft im Auftrag von Brauereien, Weingütern oder Händlern. Mit der zunehmenden Industrialisierung, dem Aufkommen von Metall- und später Kunststoffgefäßen ging die Zahl der selbständigen Küferbetriebe im 20. Jahrhundert stark zurück.

20./21. Jahrhundert

Das traditionelle Küferhandwerk wird heute nur noch von wenigen Betrieben ausgeübt, hat jedoch in der Fassbinderei für Wein- und Spirituosenproduktion überlebt. In modernen Werkstätten werden maschinelle Verfahren eingesetzt, während zentrale Arbeitsschritte – wie das Biegen, Toasten und Dichten der Dauben – weiterhin handwerklich erfolgen.

Holz, insbesondere Eiche, bleibt wegen seiner chemischen und aromatischen Eigenschaften ein unersetzliches Material für hochwertige Fässer. Küfer beeinflussen durch das Toasting (Rösten der Fassinnenseite) gezielt den Geschmack des darin gelagerten Produkts.

Der Beruf des Küfers bzw. Fassküfers ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiterhin ein anerkannter Ausbildungsberuf im dualen System. Einige Meisterbetriebe pflegen bewusst die handwerklichen Traditionen des 19. Jahrhunderts und fertigen Einzelstücke für Weingüter, Brennereien oder Museen.

Die Ausstellung

Die Exponate der Küferei stammen überwiegend vom 2020 aufgelösten Weinmuseum aus Horrheim. Das Weinmuseum in der alten Kelter wurde 1976 eröffnet und 2020 aufgelöst, die Alte Kelter wurde aufwendig saniert, um an historischer Stelle den hiesigen Wein zu genießen und  gesellige Feste zu feiern. Der Alte Kelterbaum, ein alter Brennkessel aus Vaihingen, sowie eine kleine Weinpresse sind noch darin zu sehen. [4]   Ein Großteil der Ausstellung wurde an eine Shopping Mall nach Shanghai verkauft, [5] die Küferwerkstatt wurde dem Museum auf dem Schafhof überlassen.

Maulbronner Küfer

Bis in die 1950ger Jahre wurde von der Familie Münsinger in der Füllensgasse 6 eine Küferei betrieben. Man hatte neben der Fassherstellung und – reparatur einen Getränkehandel, eine Schnapsbrennerei und zog Wein auf Flaschen.

Der Getränkehandel ist heute in der Frankfurterstraße 47-49. Die Brennerei wurde in den 1980ger Jahren aufgegeben. (verify!!).

Die Werkzeuge

Die Seilwinde

Die Seilwinde wurde vom Küfer dazu verwendet, Holzdauben (die gebogenen Bretter eines Fasses) fest zusammenzuziehen, damit das Fass seine Form bekam und die Reifen (Bänder) aufgesetzt werden konnten:

  • Der Küfer stellte die einzelnen Dauben (Holzstücke) auf eine Arbeitsplattform.
  • Damit sie eng zusammenhielten, musste er sie mit großer Kraft zusammenspannen.
  • Dazu nutzte er eine Seilwinde oder Spannvorrichtung, mit der ein Seil um die Dauben gelegt und dann angezogen wurde.
  • So konnte er die Fassreifen aus Metall oder Holz über die Dauben treiben, bis das Fass dicht war.

Der Spundlochbohrer

Der Küfer hat den Bohrer gebraucht, um in ein bereits fertiggestelltes Fass ein Spundloch zu bohren.

  • Das Spundloch ist die Öffnung im Fass, durch die das Fass befüllt, entleert oder belüftet wird.
  • Es wird normalerweise an der obersten Stelle der Fasswand (bei liegendem Fass) angebracht.
  • Nach dem Befüllen wird es mit einem Spund (einem Holz- oder später Gummistopfen) verschlossen.

Auszieheisen - Schaber - Schäleisen

Diese Werkzeuge wurden gebraucht um dem Fass eine ebenmäßige Oberfläche zu geben.

Auszieheisen

  • Zum Nacharbeiten der Fassdauben (also der einzelnen Holzbohlen, aus denen der Fasskörper besteht).
  • Diente dazu, die Innenfläche der Dauben leicht konkav (ausgezogen) zu machen, damit sie beim Zusammensetzen dicht schließen.

Schaber

  • Zum Glätten und Reinigen der Innen- oder Außenflächen des Fasses nach dem Zusammenbau.
  • Entfernt letzte Unebenheiten, Brandrückstände (beim Ausbrennen von Weinfässern) oder Harzreste.

Schäleisen

  • Zum Schälen oder Formen der Dauben, insbesondere beim Anpassen der Fasswölbung oder der Stoßkanten (den Fugen zwischen den Dauben).
  • Damit die Dauben genau aneinanderpassen und das Fass dicht wird.

Die Fassherstellung

Die Herstellung eines Holzfasses erfolgte in zahlreichen sorgfältig aufeinander abgestimmten Arbeitsschritten.

1. Auswahl und Vorbereitung des Holzes Als Material diente überwiegend Eichenholz, seltener Kastanie, Lärche oder Tanne. Das Holz musste über Jahre luftgetrocknet werden, um Risse zu vermeiden. Werkzeuge: Säge, Beil, Spaltaxt.

2. Zuschneiden und Formen der Dauben Aus den Holzbohlen wurden die Dauben herausgespalten und in Fassform gebracht. Jede Daube erhielt eine leicht gebogene Kontur und konische Kanten. Werkzeuge: Dechsel, Ziehmesser, Hohlhobel, Schabhobel, Streichmaß.

3. Aufstellen („Aufsetzen“) des Fasses Die Dauben wurden kreisförmig aufgestellt und durch provisorische Eisenreifen lose zusammengehalten. So prüfte der Küfer Passform und Rundung. Werkzeuge: Fassspanner, Hammer, Holz- und Eisenreifen, Zwinge.

4. Erhitzen und Biegen der Dauben Das Holz wurde über Feuer oder mit heißem Dampf erwärmt, um es biegsam zu machen. Anschließend wurden die Reifen schrittweise enger geschlagen, bis das Fass seine endgültige Form hatte. Werkzeuge: Feuer- oder Dampfkessel, Spannreifen, Hammer, Wassereimer.

5. Anfertigen der Böden und Einarbeiten der Nuten Mit dem Nuthobel wurde an beiden Fassenden eine umlaufende Nut eingearbeitet. Die Fassböden entstanden aus verleimten Brettern, die kreisrund zugeschnitten und geglättet wurden. Werkzeuge: Nuthobel, Bodenhobel, Zirkel, Säge, Hobelbank.

6. Einsetzen der Böden und Endmontage Die Böden wurden in die Nuten eingesetzt, und die endgültigen Eisen- oder Holzreifen wurden fest eingeschlagen. Dadurch erhielt das Fass seine Stabilität. Werkzeuge: Hammer, Treibholz, Eisenringe, Fassbock.

7. Abdichten und Prüfen der Dichtigkeit Fugen wurden mit Binsen, Schilf oder einem Küferkitt aus Pech, Sägemehl und Leinöl abgedichtet. Zur Prüfung wurde das Fass mit Wasser gefüllt. Werkzeuge: Kittmesser, Pechkessel, Wasserfass oder Brunnen.

8. Endbearbeitung und Kennzeichnung Zum Abschluss erhielt das Fass ein Spundloch, Griffe oder Metallbeschläge. Viele Küfer brannten ihr Handwerkszeichen in das Holz. Eine Behandlung mit Leinöl schützte die Oberfläche. Werkzeuge: Bohrer, Brennstempel, Messer, Ölpinsel.

Film 2018 - Schorndorf: https://www.youtube.com/watch?v=V3xr9kfR2Nc


Einzelnachweise und Literatur

  • Deutsches Museum: Handwerksgeschichte – Der Küfer und das Fasshandwerk
  • Handwerkskammer Stuttgart: Berufsporträt Fassküfer / BöttcherÖsterreichisches
  • Freilichtmuseum Stübing: Traditionelle Fassbinderei
  • Deutsches Weininstitut: Eichenfässer und ihre Bedeutung für den Weinausbau
  1. ↑ Als Dauben bezeichnet man die Längshölzer in der Herstellung von Holzfässern, Bottichen, Bütten, Eimern oder Daubenschalen. Dauben werden vom Daubenhauer hergestellt und anschließend vom Küfer (auch als Böttcher, Fassbinder, Kübler, Fassler oder Schäffler bezeichnet) zusammengesetzt. https://de.wikipedia.org/wiki/Daube_(Fassbau)
  2. ↑ https://en.wikipedia.org/wiki/Cooper_(profession)
  3. ↑ RDK Labor (Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte): Artikel „Faß, Fäßchen“ – Abschnitte zu Faßbinder/Zünften, Küferordnung 1680, Küblerordnung 1606, Ausbildung & Meisterstücke, Esslingen. https://www.rdklabor.de/wiki/Faß,_Fäßchen
  4. ↑ https://www.vaihingen.de/leben-wohnen/staedtische-veranstaltungsraeume/alte-kelter-horrheim
  5. ↑ https://www.bietigheimerzeitung.de/inhalt.exponate-aus-ehemaligem-weinmuseum-in-asien-alte-wengert-geraetschaften-in-chinesischem-shopping-dorf.2e26e5be-de29-4d0e-ac07-ecaf58bdaaa5.html