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Neben dem früheren "Grünen Baum" hatte Ernst Falk seine Werkstatt bis in die früher 1950er Jahre. Sein Schwiegersohn ? Fazler führte dann die Wagnerei in der Stuttgarter Straße 10 fort. Er zog dann in den Ötisheimer Weg Nummer 4 und fertigte dort Teile für die Knittlinger Möbelfabrik. Das Anwesen brannte in den frühen 1960ern ab. Auf dem Gelände errichtete dann [[Hermann Schempf]] eine Halle für seine Schlosserei, <ref> Interview Kurt Haas, sowie Rudolf Münsinger im November 2025 </ref> | Neben dem früheren "Grünen Baum" hatte Ernst Falk seine Werkstatt bis in die früher 1950er Jahre. Sein Schwiegersohn Helmut ? Fazler führte dann die Wagnerei in der Stuttgarter Straße 10 fort. Er zog dann in den Ötisheimer Weg Nummer 4 und fertigte dort Teile für die Knittlinger Möbelfabrik. Das Anwesen brannte in den frühen 1960ern ab. Auf dem Gelände errichtete dann [[Hermann Schempf]] eine Halle für seine Schlosserei, <ref> Interview Kurt Haas, sowie Rudolf Münsinger im November 2025 </ref> | ||
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Aktuelle Version vom 23. Februar 2026, 21:38 Uhr
Hauptseite > Erdgeschoss >Wagnerei
Einführung
Die Wagnerei befindet sich im Erdgeschoss des Museums zwischen Küferei und Winzerei, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schmiede.
Geschichte
Der Beruf des Wagners – auch Stellmacher oder Radmacher genannt – gehört zu den ältesten Holzhandwerken Europas. Seit der Erfindung des Rades um etwa 3500 v. Chr. entwickelten sich spezialisierte Handwerker, die Wagen und Räder herstellten. Spätestens im Mittelalter war der Wagner ein anerkannter Zunftberuf und aus keiner Stadt und keinem Dorf wegzudenken.
Seine Hauptaufgabe war der Bau von Wagen für Landwirtschaft, Handel und Militär. Dazu gehörten Leiterwagen, Karren und später auch Kutschen. Besonders anspruchsvoll war die Herstellung der Räder: Nabe, Speichen und Felgenkranz mussten exakt gearbeitet und vom Schmied mit einem erhitzten Eisenreifen beschlagen werden. Verwendet wurden vor allem Eiche, Esche und Ulme – Hölzer mit hoher Festigkeit und Elastizität.
Der Wagner arbeitete eng mit Schmieden, Sattlern und Schreinern zusammen. In ländlichen Regionen war seine Werkstatt ein wichtiger Bestandteil der örtlichen Infrastruktur.
Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und dem Aufkommen von Eisenbahn, Automobil und Traktor verlor das Handwerk zunehmend an Bedeutung. Heute existiert es vor allem in der Restaurierung historischer Fahrzeuge, im traditionellen Kutschenbau und in Museumswerkstätten. [1]
Maulbronner Wagner
Die erste Maulbronner Wagnerei befand sich im westlichen Wirtschaftshof der Klosteranlage, entlang der Klostermauer gleich neben der Kloster Schmiede.
Neben dem früheren "Grünen Baum" hatte Ernst Falk seine Werkstatt bis in die früher 1950er Jahre. Sein Schwiegersohn Helmut ? Fazler führte dann die Wagnerei in der Stuttgarter Straße 10 fort. Er zog dann in den Ötisheimer Weg Nummer 4 und fertigte dort Teile für die Knittlinger Möbelfabrik. Das Anwesen brannte in den frühen 1960ern ab. Auf dem Gelände errichtete dann Hermann Schempf eine Halle für seine Schlosserei, [2]
Die Produktpalette des Wagners
1. Große Arbeitsgeräte zur Feldbestellung
- Pflug - wobei die Pflugschar und das Stützrad vom Schmied gefertigt wurde.
- Egge
2. Arbeitsgeräte
- Leitern
- Schemel
- Böcke
3. Handgeführte Arbeitsgeräte Oft wurde hier das eigentliche Geräte vom Schmied gefertigt - der Wagner steuerte den Stiel dazu bei.
- Sense
- Säge
- Axt, Beil, Hippe
- Hacke
- Rechen und Mistgabel
4.Räder, Wagen und Karren
- Kutschen
- Bauernwagen
- Handwagen
- Schub- und Handkarren
Diese Vielfalt der Produkte und Leistungen spiegelt sich in den Preislisten der Wagnerinnungen wider:
So kostete in Bretten 1953:
- ein neues Hinterrad 36 - 40 DM
- ein Schemel 10 - 12 DM
- ein Gabelstiel 2,50 DM
- eine Steigleiter pro Sprosse 1,30 DM
Verglichen mit Heute:
Ein Wagner-Hinterrad kostete 1953 ca. 40 DM – entsprechend rund 25 Arbeitsstunden. Würde ein heutiger Handwerker dieselbe Zeit in Rechnung stellen, ergäbe sich ein Arbeitslohn von ≈ 1.300–1.900 € – rein für Arbeit. Ein einfacher Schemel, der damals etwa einen Tageslohn erforderte, entspräche heute ≈ 350–560 € Arbeitslohn. Diese Gegenüberstellung zeigt, wie stark Handwerkerlöhne gestiegen sind – ein wichtiger Faktor in der Wertschätzung von handwerklichen Produkten.
Ausstellung

Video
- Wie man ein Wagenrad macht : Wagnermeister Jürgen Steck aus Langenau (Oberschwaben) zeigt einem 30 minütigen Beitrag des SWR jeden Arbeitsschritt (14.11.2023)
https://www.youtube.com/watch?v=_ho_UFBrGx8
- Historisches Handwerk – Wagnern: Wagnermeister Adolf Riester gibt Eine Übersicht über sein Handwerk. Ein Film des Freilichtmuseums Neuhausen ob Eck vom 14.05.2021 (4:35)
https://www.youtube.com/watch?v=iTbFBkKN58I
- Der letzte seines Standes - Wagner Henninger, Herr Henninger war der letzte Wagner in der Daimler Stadt Schorndorf. 1984 – circa 15 Minuten -
Quelle: .wikipedia.org/wiki/Stellmacherei https://www.youtube.com/watch?v=Lhv_-cmhTU0
Einzelnachweise
- ↑ Quellen:
- Lexikon des Mittelalters, Bd. 9, Stuttgart 1999
- Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Bd. 31, Berlin 2006
- Wissell, Rudolf: Des alten Handwerks Recht und Gewohnheit, Leipzig 1902
- Piggott, Stuart: The Earliest Wheeled Transport, London 1983
- Bulliet, Richard W.: The Wheel: Inventions and Reinventions, New York 2000
- Heine, Heinz (Hrsg.): Handbuch der historischen Handwerkstechniken, München 1995
- Grimm, Jacob / Wilhelm: Deutsches Wörterbuch, Leipzig 1854–1960
- ↑ Interview Kurt Haas, sowie Rudolf Münsinger im November 2025






